Bildung

„Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung, keine Bildung“

(Max Planck)

Jürgen Marek vor einer BücherwandGrundlage grüner Bildungspolitik ist ein Bildungssystem, das allen Lernenden Chancen eröffnet. Bildung ist der Schlüssel für den wirtschaftlichen Erfolg Hamburgs, Bildung ist aber vor allem ein Menschenrecht. Sie ist die Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe und erschließt den Zugang zu Arbeit und selbstständiger Existenzsicherung und ist gleichzeitig die Voraussetzung zur umfassenden Entfaltung einer mündigen Persönlichkeit. Das Bildungsniveau junger Menschen hängt in Deutschland immer noch stärker vom Familienhintergrund ab als in anderen Ländern. Herkunft, Geldbeutel der Eltern, Alter oder Geschlecht dürfen den Anspruch auf Bildung nicht einschränken. Wir stehen für eine Bildungspolitik, die alle mitnimmt – und zwar von Anfang an. Bildung funktioniert bei uns nach dem Leitbild der Inklusion und soll niemanden ausgrenzen.

Schulentwicklung in Harburg: Die Regionalen Bildungskonferenzen sollen als Ort des Diskurses und der Moderation regionaler Bildungsverbünde weiter entwickelt und gestärkt werden. Das Ziel ist es, gemeinsame und abgestimmte Konzepte von „Bildungslandschaften“ für den Bezirk zu erarbeiten. Es ist uns gelungen Grundzüge Grüner Bildungspolitik in die Stellungnahmen des Bezirks zur Schulentwicklung einzubringen. In diesem Sinne möchten wir auch die Forderungen der Bezirksversammlung zum Schulentwicklungsplan 2012-2019 konsequent umsetzen. Hierzu gehört auch die Gestaltung neuer Schulmodelle wie die Campusschule in Neugraben.
Ich persönlich stand und stehe in meiner langjährigen pädagogischen Tätigkeit für die Umsetzung des ganzheitlichen Bildungskonzeptes „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

Bildung für nachhaltige Entwicklung will Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzen, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und dabei abzuschätzen, wie sich das eigene Handeln auf künftige Generationen und das Leben in anderen Regionen der Welt auswirkt. Es geht um die Entwicklung von Gestaltungskompetenz, um Fähigkeiten wie vorausschauendes Denken, interdisziplinäres Wissen, autonomes Handeln und Partizipation an gesellschaftlichen Entscheidungen. Im Zentrum dieses kompetenz- und handlungsorientierten Bildungskonzeptes steht der Gerechtigkeitsbegriff: nachhaltige Entwicklung kennzeichnet sich dadurch, dass sie weltweit die Lebensqualität der gegenwärtigen Generation sichert und gleichzeitig zukünftigen Generationen Möglichkeiten zur Gestaltung ihres eigenen Lebens erhält.

Unter dem Motto „leben, was man lernt“ ist Schule hierbei ein Modell für nachhaltige Entwicklung. Wie kann eine Schule ökologisch vernünftiges Handeln im Alltag erlebbar machen? Was kann jeder Einzelne tun, damit die unerträglich ungleiche und ungerechte Verteilung von Ressourcenverbrauch und Lebenschancen auf diesem Planeten fairer wird? Wie können die Erwachsenen und die Heranwachsenden gemeinsame Wege finden, das, was aus dem erworbenen Wissen folgt, im Schulalltag- und darüber hinaus – auch zu tun?

Frühkindliche Bildungsförderung muss weiter ausgebaut werden. Die Grundlage hierfür ist ein bedarfsgerechter Kita-Ausbau um ganztägige und qualitativ hochwertige Betreuungzu gewährleisten. Ein wichtiges Ziel für Harburg ist es, den Zugang von Eltern mit Migrationshintergrund zu Angeboten der frühkindlichen Bildung zu steigern und zu fördern.

Ein von mir In Harburg initiiertes Modellprojekt einer mehrsprachigen Informations-DVD mit Begleitheft „Ein Kita-Platz für unser Kind“ steht inzwischen Hamburg weit zur Verfügung https://www.hamburg.de/kita/4362936/ein-kitaplatz-fuer-unser-kind/

Zweisäulenmodell: Neben leistungsstarken und pädagogisch orientierten Gymnasien soll die Stadtteilschule im Bezirk als eine starke und attraktive Alternative entwickelt werden. Dabei steht die inhaltliche Gestaltung von Stadtteilschulen mit eigenständigen pädagogischen Profilen und Oberstufen im Vordergrund.

Ganztagsschulen entwickeln: Schulen in sozial benachteiligten Teilen des Bezirks müssen besser ausgestattet werden. Insbesondere fordern wir die professionelle und pädagogische Umsetzung von echten Ganztagsschulen. Diese sind das Kernstück eines chancengerechten und integrativen Bildungssystems und eröffnen Möglichkeiten, Inklusion behutsam aber verbindlich im Bezirk umzusetzen und zu stärken. Hierzu müssen auch die pädagogischen und organisatorischen Voraussetzungen für das Lernen und Leben in der Schule geschaffen werden.

Jürgen Marek bei der ZukunftskonferenzDer Schulraum als dritter Pädagoge: Architektur und Raumangebote  können Schule verändern, Lernen unterstützen, das Miteinander beflügeln. Der Schulraum ist als dritter Pädagoge von großer Bedeutung, der die Entwicklungen und Prozesse entscheidend beeinflusst und zum Gelingen der Schulentwicklung beiträgt. Deshalb habe ich mich aktiv  als stimmberechtigter Preisrichter an den Realisierungswettbewerben zum Neubau  Grumbrechtsraße und Hanhoopsfeld (Lessing-Stadtteilschule und Alexander-von-Humboldt-Gymnasium)  und Goethe-Schule beteiligt.

Lernen bedeutet, verantwortungsvoll in die Zukunft denken. Zukünftige Schulbauten als Lern- und Lebensraum müssen sich an den Erfordernissen der Funktionalität, Ästhetik und Nachhaltigkeit orientieren. Es ist deshalb nahe liegend bei Sanierung und Neubau Schulgebäude zum Modell einer gelebten Nachhaltigkeit zu machen. Hierbei gewinnt die energieeffiziente Schulgebäudegestaltung an Bedeutung. Stichpunkte sind hier „Plus-Energie-Gebäude“, „Energiestandard 3-Liter Haus“, „Passivhausschulen“, der Einsatz regenerativer Energien u.a..

Auch die Einrichtung von Gründächern, möglichst in Kombination mit Fotovoltaikanlagen sollte zum Standard des Schulbaus gehören. Es ist bedauerlich, dass für den Harburger Schulbau gerade in Zeiten einer proklamierten Energiewende und des Klimawandels meist nur die jeweiligen rechtlichen Mindeststandards umgesetzt werden. Wir wollen, dass das auch in Harburg seit 1994 erfolgreiche fifty-fifty-Konzept zur Einsparung von Energie, Wasser und Abfall in allen Schulen fortgeführt wird.