Anpassungen an den Klimawandel sind notwendig

In städtischen Gebieten ist eine Verstärkung klimawandelbedingter Einflüsse zu erwarten. Auch Hamburg ist in mehrfacher Weise vom Klimawandel betroffen; darauf müssen sich auch die Bezirke einstellen. Die Folgen sind häufigere Extremwetterlagen. Trockenere Sommer mit Hitzetagen nehmen zu. Belastend für die Gesundheit ist insbesondere auch die Zunahme von Tropennächten, in denen es nicht kälter als 20 Grad wird. In Herbst und Winter ist dagegen mit bis zu 40 Prozent mehr Niederschlägen und stärkeren Stürmen zu rechnen.

Fassadenbegrünung in London

Dass Hamburg aufgrund seines Bevölkerungswachstums plant, jährlich 10.000 Wohnungen zu bauen und diese Wohneinheiten weitgehend im Rahmen von Innenverdichtungsprojekten entstehen sollen, verschärft die Gefahr von innerstädtischen Hitzeinseln sowie Überflutungen durch Starkregen.

Viele Folgen des Klimawandels lassen sich in Bestand und Neubau durch städtebauliche und bauliche Maßnahmen auffangen. Eine zentrale Rolle zur Milderung der Folgen spielt die Integration von Vegetation in Architektur und Städtebau. Eine Anpassungsmaßnahme ist die Nutzung von Dachbegrünungen und begrünten Fassaden, die eine Verbesserung des Mikroklimas und der Luftqualität, eine Minderung der Abflussspitzen bei Regenereignissen sowie eine Erhöhung der Biodiversität erwarten lassen.

Auch die Funktion der bestehenden Straßen mit ihrer Kanalisation kommt immer häufiger bei Starkregenereignissen an ihre Grenzen. Unter dem Thema „wassersensible Straßen“ wird es zunehmend um eine bessere Wasserdurchlässigkeit von Randstreifen und Parkbuchten, um Hinleitung von Wasser zu klimastabilen Bäumen und Schaffung von Retentions- und Versickerungsflächen an Straßen gehen.

Um die Anfälligkeit von Mensch und Umwelt gegenüber dem Klimawandel zu verringern, müssen rechtzeitig Maßnahmen geplant und umgesetzt werden, wie sie auch das Baugesetzbuch für die Bauleitplanung fordert. Wichtig für den Erfolg von klimarelevanten Maßnahmen ist, dass sie systematisch mit den anderen dringlichen Aufgaben eines nachhaltigen Stadtumbaus mitgedacht und abgestimmt werden.“